Mentale Stärke trainieren

Ihnen steht eine wichtige Präsentation bevor, Sie haben eine schwierige Verhandlung zu bewältigen, Sie wollen einen schwelenden Konflikt bereinigen oder Ihr Prüfungstermin rückt immer näher. Allein der Gedanke an die bevorstehende Herausforderung versetzt Sie unter Stress, in Ihnen laufen mehr oder weniger bewusst Horrorszenarien ab und die Angst vor Versagen hat Sie fest im Griff.

Stress aktiviert die für die Sicherung des Überlebens zuständigen Hirnareale und die Ausschüttung von Cortisol. Das erschwert den Zugriff auf vorhan-denes Wissen und Kompetenzen, die für die Bewältigung herausfordernder Situationen wichtig sind.

Die Psychologin Maja Storch sagt: „In einer Prüfungssituation oder bei einem Vortrag kommt es jedoch darauf an, in den entscheidenden 30 Minuten in Bestform zu sein, darum muss man dafür sorgen, dass das Gehirn erst gar nicht auf die Idee kommt, die Situation als stressrelevant einzustufen und die Bereitstellung von Cortisol für angezeigt zu halten“1.

Die Frage ist also, was Ihnen hilft, um im entscheidenden Augenblick Ihr Wissen und Können verfügbar zu haben. Dabei ist es nur bedingt nützlich, rein rational über Wege nachzudenken. Im Gehirn müssen neue Muster entstehen. „Neue Bahnungsprozesse im Gehirn laufen nur dann ab, wenn es eine Emotionalisierung gibt“ sagt die Wirtschaftspsychologin Martina Schmidt-Tanger.2

In unseren Coachings nutzen wir daher erlebnisaktivierende eine Kombination aus mentalen und embodyment-orientierten Methoden. Wobei unter Embodyment die wechselseitige Beeinflussung von Körper und Psyche zu verstehen ist.

Das Coaching verläuft in den 5 Stufen

  • Problemzustand aktivieren
  • Ressource - Zustand aktivieren
  • Problemzustand entmachten
  • Test auf Erfolg
  • Transfer absichern

ab.

Zunächst ist es wichtig, den Problemzustand zu aktivieren. Das geschieht, indem wir die Klientin auffordern, sich mit allen Sinnen in die erwartete schwierige Situation hinein zu begeben. Um in ein authentisches Erleben hineinzukommen, ist es hilfreich, den Zustand auch körpersprachlich in Haltung, Mimik, Gestik und Atmung zu unterstützen.

Im zweiten Schritt überlegt sich der Klient, welche Potenziale und Stärken zur Bewältigung der schwierigen Situation hilfreich sind. Dabei erinnert er sich an Probleme aus der Vergangenheit, die er zufriedenstellend gelöst hat. Auch hier ist es bedeutsam, die Situation mit allen Sinnen und körperlich nachzuerleben.

Im dritten Schritt geht es um die Entmachtung des Problemzustandes, und den mit der als schwierig empfundenen Situation verbundenen Emotionen. Das geschieht, indem die Klientin solange zwischen Problem- und Ressource-Zustand wechselt (Problemlösungs-Gymnastik3), bis sich ein positives Gefühl einstellt und der Problemzustand mental nicht mehr reproduzierbar ist.

Der Klient testet im nächsten Schritt, wie erfolgreich die Arbeit gewesen ist. Wenn sie der kommenden Herausforderung zuversichtlich gegen-übersteht, sind keine weiteren Durchgänge mehr nötig. Wenn die Klientin den Eindruck hat, nicht mehr voll in Ihrer Kompetenz zu stehen, sollte Sie den Ressource-Zustandes wieder aktivieren, in dem sie die passende Körperhaltung einnimmt4.

Den genauen Ablauf dieser Methode können Sie downloaden.

http://doppelspitzencoaching.de/images/files/Format_Mentale_Stärken_trainieren.pdf

Quellen:

  1. Maja Storch, „Wie Embodyment in der Psychologie erforscht wurde“ in Maja Storch, Benita Cantieni Gerald Hüther Wolfgang Tschacher, Embodyment. Die Wechselwirkung von Körper und Psyche verstehen und nutzen, Bern 2010, Seite 67 und 68
  2. Martina Schmidt-Tanger, Gekonnt coachen.Präzision und Pro-vocation im Coaching, Paderborn 2004, Seite 72
  3. Die Problemlösungsgymnastik wurde von Gunther Schmidt entwickelt. Sie ist beschrieben u.a. in Dr. Gunther Schmidt, Problem-Lösungs-Gymnastik und Kompetenz-Balance…in Gunther Schmidt, Anna Dollinger, Björn Müller-Kalthoff (Hrsg.) Gut beraten in der Krise, Bonn 2010, Seite 89-102
  4. Siehe auch Werner A. Leeb, Von der Grauen Maus zur Prima Ballerina! In 02I2019 TrigonThemen, systemisch-evolutionär: unser Coachig-Ansatz, Seite 06
  5. Bildnachweis:_ fotolia